{"id":495,"date":"2011-06-06T13:27:29","date_gmt":"2011-06-06T12:27:29","guid":{"rendered":"http:\/\/ega.or.at\/?p=495"},"modified":"2020-05-29T11:03:26","modified_gmt":"2020-05-29T10:03:26","slug":"ega-sommergarten-prasentiert-die-filmreihe-shooting-women-in-zusammenarbeit-mit-dem-filmarchiv-austria","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ega.or.at\/?p=495","title":{"rendered":"ega Sommergarten pr\u00e4sentiert 4 Filme aus der Filmreihe SHOOTING WOMEN in Zusammenarbeit mit dem Filmarchiv Austria"},"content":{"rendered":"<p>\u00a0<a rel=\"attachment wp-att-494\" href=\"http:\/\/ega.or.at\/?attachment_id=494\" title=\"sommergarten.gif\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ega.or.at\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/sommergarten.gif\" alt=\"sommergarten.gif\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>FILMREIHE SHOOTING WOMEN<\/strong><\/p>\n<p>Die Filmreihe <strong>SHOOTING WOMEN<\/strong>, in der anhand von vier Filmen die M\u00f6glichkeiten <strong>weiblichen Filmschaffens in \u00d6sterreich vor 1999<\/strong> andeutet werden, ist der Auftakt zu einer <strong>Kooperation zwischen ega und dem Filmarchiv Austria<\/strong>. Die im Sommerprogramm des ega gezeigten Titel verdeutlichen den Stellenwert der weiblichen Pionierarbeit im \u00f6sterreichischen Film und weisen auf die<strong> <\/strong>gesamtgesellschaftliche G\u00fcltigkeit wesentlicher Fragen und Diskussionspunkte hin, die in ebendiesen Arbeiten aufgeworfen werden. Die Auseinadersetzung mit diesem Themenkomplex, der ein Schwerpunkt bei der diesj\u00e4hrigen Diagonale und eine umfassende Retrospektive im Filmarchiv Austria\/Metro Kino vorausgingen, ist eine ebenso zu begr\u00fc\u00dfende wie fordernde Aufgabe.<\/p>\n<p>\u00bbThere can be no theory unless something has first been rendered problematic. Until we sense a lack or we doubt the sufficiency of appearances or we wonder how or why things happen to come about as they do, there is no energy, no urgency to invest in theory.\u00ab Unter anderem auch mit diesen treffenden Zeilen beschreibt die Literaturwissenschaftlerin Elizabeth W. Bruss das Hinfinden, das Entstehen und die Notwendigkeit einer (hoffentlich guten) Theorie, eines Theoretisierens und Diskursivierens, die nicht Ausdruck einer nachtr\u00e4glichen Steigerung von Komplexit\u00e4t sind, sondern Teil einer vitalen Debatte um Erkenntnis und Verstehen. Nimmt man also das Spannungsverh\u00e4ltnis aus ontologischer L\u00fcckenhaftigkeit und epistemologischer Notwendigkeit ernst, bietet sich f\u00fcr den historischen wie zeitgen\u00f6ssischen \u00f6sterreichischen Film und den Anteil weiblichen Wirkens hinsichtlich der sich ergebenden Fragen nach der Selbstbeschaffenheit und dem potentiellen Erkenntnisgewinn die Begrifflichkeit der Gegenwart an, um einen gleicherma\u00dfen reflektierten wie mediumsnahen Zugriff zu entwickeln. Gegenwart soll hier deshalb auch in einer dreifaltigen semantischen Ladung gelesen werden, n\u00e4mlich als zeitliche Dimension des Unmittelbaren, als Pr\u00e4senz des Vorhandenen und \u2013 im Sinne der Vergegenw\u00e4rtigung \u2013 als Option einer produktiven Auseinandersetzung.<\/p>\n<p>Der Weg zu einem \u00bbNew Austrian Cinema\u00ab, wie es etwa Robert von Dassanowsky treffend bezeichnet hat und schon 1997 im vielgelesenen \u00bbThe Hollywood Reporter\u00ab als sich abzeichnende Reife des \u00f6sterreichischen Films auf internationalem Niveau interpretiert worden ist, war, im R\u00fcckblick betrachtet, \u00fcberaus steinig. Einen nicht unwesentlichen Anteil an den vorangegangenen positiven Entwicklungen wie ein umfassenderes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Medium Film in transnationalen Kontexten, seiner Produktions- und Rezeptionsbedingungen und auch das neue Selbstverst\u00e4ndnis \u00f6sterreichischer Filmemacher ist den weiblichen Pionierleistungen vor der Z\u00e4sur von 1999 geschuldet. Ein kleines Auswahlprogramm kann den kurvigen Verlauf der Geschichte andeuten; diese nonlineare Entwicklung aber zur einzigen Begr\u00fcndung f\u00fcr Neuzug\u00e4nge zu machen w\u00e4re aber nicht ausreichend. Gleichwohl kann das Interesse nicht darin liegen, an \u00fcberholte Differenzvorstellungen \u2013 etwa die wankende Geschlechterdifferenz oder die Ersch\u00fctterung eindeutiger Identit\u00e4tsvorstellungen \u2013 fraglos zu \u00fcbernehmen. Vielmehr soll es eine differenzierte Auseinandersetzung geben, die historische Perspektiven ber\u00fccksichtigt und die Vielschichtigkeit bzw. Vielgestaltigkeit der Positionen und Haltungen aufzeigt.<\/p>\n<p>Im Verh\u00e4ltnis von Spielfilm, Dokumentation, TV-Produktion und avantgardistischem Experiment manifestierten sich vielmehr die Ernstf\u00e4lle im Auseinandersetzen mit Begrifflichkeiten wie Preservation, Erwartungshaltung, Zuschreibungsmuster und sozialer Normierung. In der Konfrontation mit Rollenmodellen, Frauenrechten und Repr\u00e4sentationsfragen bleiben die Regisseurinnen nicht ausgespart; vielmehr verdeutlicht sich an ihrem Schaffen \u2013 und nicht selten an ihren mitunter tragischen Schicksalen \u2013 der umfassende Druck von sozialer Zuschreibung und vorausgesetzter Ein- bzw. Unterordnung. Die Verweigerung solcher Muster beschert uns retrospektiv die \u00dcberwindung visueller Prototypen und eine erfrischende Verschiebung des kritischen Blicks. Das Wagnis dabei ist und bleibt, sich weiterzubewegen und die oben erw\u00e4hnte Gegenwart in all ihren Qualit\u00e4ten, bei aller Fehlbarkeit, zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p><strong>(Thomas Ballhausen, Filmarchiv Austria)<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>FILMPROGRAMM<\/strong><\/p>\n<p><strong>7. JULI &#8211; Einlass: 20.30 &#8211; Beginn: 21.00 <\/strong><\/p>\n<p><strong>ZWIELICHT<\/strong> <strong>(A 1978 Regie: Margareta Heinrich)\/GENOSSINNEN (A 1982\/1983 Regie: Margareta Heinrich u. Ullabritt Horn)<\/strong><\/p>\n<p><strong>ZWIELICHT<\/strong>, basierend auf einem Text von Ingeborg Bachmann, erz\u00e4hlt von der unausgewogenen Liebe zwischen zwei Frauen, ihren \u00c4ngsten und Begierden. Als Geschichte eines pers\u00f6nlichen Kampfs l\u00e4sst sich auch <strong>GENOSSINNEN<\/strong> lesen: Die Russin Wanja schildert ihre politische und private Emanzipation.<\/p>\n<p><strong>14. JULI &#8211; Einlass: 20.30 &#8211; Beginn: 21.00<br \/>\nZECHMEISTER (A 1979 Regie: Angela Summereder)<\/strong><\/p>\n<p><strong>ZECHMEISTER <\/strong>bietet die einzigartige Verhandlung eines historischen Kriminalfalls mit den Mitteln des Filmischen: Aus der Beschuldigung einer Frau, ihren Mann vergiftet zu haben, wird die Schuld, die schon f\u00fcr alle festzustehen scheint. Der Film fungiert als alternativer Entwurf, der nicht einfach auf die Verteidigung des Dargestellten setzt, sondern klug und mutig die Quellen zueinander in Beziehung setzt.<br \/>\n<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>21. JULI &#8211; Einlass: 20.30 &#8211; Beginn: 21.00<br \/>\nREFLEXION (A 1970 Regie: Edith Hirsch)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Edith Hirsch<\/strong> verhandelt in ihrem wiederentdeckten Spielfilm mit den Stilmitteln der Avantgarde das altbekannte Thema der ungl\u00fccklichen Liebe in Zeiten unausgesetzter Gewalt. Doch ihre Arbeit wirkt auch heute noch erfrischend neu und bietet in atemlosem Tonfall ein poetisches Spiel mit Erinnern und Vergessen.<\/p>\n<p><strong>28. JULI &#8211; Einlass: 20.30 &#8211; Beginn: 21.00<br \/>\nDER TRAUM DES SANDINO (A 1980 Regie: Margareta Heinrich u. Rudi Palla)<\/strong><\/p>\n<p>Der Film als Option intellektueller Entwicklungshilfe: Heinrich begleitete nach dem Sturz der Diktatur die Reformkampagnen der sandinistischen Revolution\u00e4re. <strong>DER TRAUM DES SANDINO<\/strong> ist eine Dokumentation, die in poetischen Bildern mit, \u00fcber und durch das Volk erz\u00e4hlt, das sich mit fortschreitender Alphabetisierung emanzipiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 FILMREIHE SHOOTING WOMEN Die Filmreihe SHOOTING WOMEN, in der anhand von vier Filmen die M\u00f6glichkeiten weiblichen Filmschaffens in \u00d6sterreich vor 1999 andeutet werden, ist der Auftakt zu einer Kooperation zwischen ega und dem Filmarchiv Austria. Die im Sommerprogramm des &hellip; <a href=\"https:\/\/ega.or.at\/?p=495\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-495","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-archiv"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ega.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/495","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ega.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ega.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ega.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ega.or.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=495"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ega.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/495\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7688,"href":"https:\/\/ega.or.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/495\/revisions\/7688"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ega.or.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=495"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ega.or.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=495"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ega.or.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=495"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}